Steckbrief zum FFH-Gebiet

Leuscheider Heide

 

 Größe [ha]: 1.179

 

Landkreise und kreisfreie Städte:

Altenkirchen, Neuwied

 

Verbandsgemeinden und verbandsfreie Gemeinden:

Altenkirchen (Westerwald), Asbach

 

 

Gebietsbeschreibung:

 

Die Leuscheider Heide liegt auf einem Quarzitrücken im Mittelsiegbergland an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen. Geologie, Höhenlage und das feuchte Klima haben feuchte und bodensaure Standortverhältnisse entstehen lassen, die das Vorkommen seltener Biotoptypen ermöglichen. Der überwiegende Teil des Gebietes ist von ausgedehnten Wäldern bedeckt, in die Zwischenmoore, Moorheiden und Waldwiesen eingelagert sind. Quellen und Quellbäche mit Quellwäldern, die Bäche mit Bachuferwäldern, die Moore mit Groß-und Kleinseggenriedern, die Zwergstrauchheiden, die Feucht- und Nasswiesen der Bachtäler sowie verschiedene naturnahe Laubwälder machen den Reichtum diesesGebietes aus.

 

Im Mehrbachtal hat sich ein Komplex aus Pflanzengesellschaften der Zwischenmoore, Klein- und Großseggenriede, auch Bruchgebüschen, Quellwäldern und Quellfluren entwickelt, der viele selteneTier- und Pflanzenarten beherbergt. Auffallend sind im Mai die weißblühenden Schwingrasen des Fieberklees (Menyanthes trifoliata) im südlichen Mehrbachtal.

 

Die Restbestände der Moorheiden sind im Sommer an derblühenden Glockenheide (Erica tetralix) zu erkennen. Ausgedehnte Moorheidebestände sind in den NSG Moor- und Heidegebiete bei Kircheib erhalten. Die Leuscheid weist große Flächen auf, die geeignete standörtliche Voraussetzungen für die Entwicklung von Moorheiden haben. Vergleichbare Moorheidenbestände kommen in Rheinland-Pfalz nur noch in der Schneifel vor. Die Moorheiden im Gebiet sind potenzieller Lebensraum des Lungenenzian-Ameisenbläulings (Maculinea alcon) und der Arktischen Smaragdlibelle (Somatochlora arctica), die in Rheinland-Pfalz sehr selten und vom Aussterben bedroht sind.

 

Die Feucht- und Nasswiesen des Gebietes sind als Waldwiesen in die geschlossenen Wälder eingebettet. Das weitverzweigte Gewässernetz wird in weiten Bereichen als noch weitgehend natürlich ausgeprägt eingestuft.Typische Libellenarten wie die Zweigestreifte Quelljungfer (Cordulegasterboltonii) und die Blauflügelige Prachtlibelle (Calopteryx virgo) finden hier deshalb geeignete Lebensräume. Die zahlreichen Quellbereiche weisen naturnahe Quellwälder in großen Beständen auf. Sie bieten urig wirkende, teils von Altbäumen durchsetzte Waldbilder.

 

Vorkommen des Haselhuhns erinnern an die ehemals auch imLeuscheid durchgeführte Haubergswirtschaft.

 

Lungen-Enzian (Gentiana pneumonanthe) und Englischer Ginster(Genista anglica) gehören zu den floristischen Kostbarkeiten des Gebietes. Die Moorlilie (Narthecium ossifragum), auch als Beinbrech bekannt, die Mitte Juli mit ihren Blütentrauben die Moorheide gelb färbt, während ihre Fruchtstände im Herbst die Farbe Orange ins Spiel bringen, kommt leider nur im naheliegenden Buchholzer Moor (Landkreis Neuwied) vor.