Ringwälle bei Alsen 

 

 

Der Ringwall liegt auf einer Geländekuppe, die auf drei Seiten durch steil abfallendes Gelände auf natürliche Weise geschützt ist. Er umschließt einen etwa 400 x 200 m großen Innenraum. Im Osten ist der natürliche Zugang zur Kuppe, hier fällt das Gelände deutlich flacher ab. Um den Zugangsweg in die Anlage zusätzlich zu sichern wurden zwei Abschnittswälle errichtet. Dagegen ist der Wall im Norden, Westen und Süden deutlich schwächer ausgeprägt.

Der Ringwall ist seit langem bekannt, wissenschaftliche Ausgrabungen wurden bislang jedoch noch nicht durchgeführt. Es sind daher keine konkreten Informationen zum Aufbau der Wälle, zur Besiedlung des Innenraumes und zur genauen Datierung der Anlage vorhanden. Jedoch wurde sie 1936/37 durch das Rheinische Landesmuseum in Bonn kartiert.

Es handelt sich um eine frühmittelalterliche Anlage. Für diese Interpretation sprechen Lage und der Aufbau der Wälle. In diesen stecken die Reste der ursprünglichen Mauer, die wohl aus schlecht gemörteltem Bruchsteinmauerwerk bestand. Holzbalken dienten zur Stabilisierung der Steinfront und sollten den Druck der Mauerfüllung abfangen. Da Holz und Mörtel im Laufe der Jahrhunderte vergangen sind, verfielen die Bruchsteinmauern und bildeten die noch erhaltenen Wälle.

Die Funktion der Anlage ist unklar. Mit ihrer Größe von 80.000 m² = 8 ha diente sie wohl als Fliehburg, zum Rückzug der einheimischen Bevölkerung bei Kriegsgefahr. Ob sie darüber hinaus dauerhaft besiedelt war, muss aufgrund der fehlenden Untersuchungen offen bleiben. Dass sie eine Sicherungsfunktion für die einheimische Bevölkerung, die Verkehrswege und die Sicherung der fränkischen Gebietsansprüche innehatte, ist vorauszusetzen.

Die Zeit der Errichtung der Anlage ist unklar. Sie dürfte mit der Aufsiedlung des Bergischen Landes in der karolingischen Zeit zusammenhängen, nachdem Kaiser Karl der Große zu Beginn des 9. Jahrhunderts die Sachsenkriege für sich entscheiden konnte und das Gebiet östlich des Rheins durch Franken besiedelt wurde. Somit ist eine Erbauung frühestens im 9. Jahrhundert wahrscheinlich. Nach Festigung der Herrschaftsverhältnisse und der Ansiedlung der Bevölkerung im Siegtal selbst wurde die Anlage aufgegeben. Stromberg an der Sieg ist erstmalig 1131 als Hof erwähnt, zu diesem Zeitpunkt hatte der Ringwall seine Bedeutung verloren.
(Dr. Claus Weber / LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland
bodendenkmalpflege@lvr.de)

 



Neue Sitzgruppe und Stele mit Beschreibung